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Todt: Wir sind viel weiter als vor vier Monaten

26.01.2012

VflTVTodt: Wir sind viel weiter als vor vier Monaten

Zehn Trainingseinheiten und zwei Vorbereitungsspiele liegen hinter den Profis des VfL Bochum 1848. Vor dem Abflug sprachen wir mit Sportvorstand Jens Todt und Cheftrainer Andreas Bergmann über die sieben Tage in Belek.

Wie lautet Ihr Fazit, Herr Todt?


Todt: Aus sportlicher Sicht bin ich total zufrieden mit der Woche. Wir haben top Bedingungen vorgefunden und konnten sehr gut mit der Mannschaft arbeiten. Sicherlich sind die schweren Verletzungen ein Wermutstropfen. Erst Selim Günduz, dann Patrick Fabian und gestern Daniel Ginczek: Das ist schon ein bisschen viel. Wobei man festhalten sollte, dass in der ganzen Saison fast keine Muskelverletzung aufgetreten ist. Das spricht für eine gute Dosierung des Trainings und eine professionelle Arbeit der medizinischen Abteilung.


Worin hat das Trainerteam in den Tagen an der türkischen Riviera besonders viel Wert gelegt?

Bergmann: Wir haben uns besonders auf die Arbeit gegen den Ball konzentriert. Unser Ziel ist es, als Mannschaft kompakt zu agieren und Pressingsituationen zu schaffen. Zudem stand das Umschaltspiel im Mittelpunkt. Insgesamt kann ich sagen, dass die Spieler in diesem Zusammenhang große Schritte nach vorne gemacht haben.

Bleibt es denn bei der recht offensiven Raute im Mittelfeld?


Bergmann: Diese Grundformation passt sicherlich zu den Spielertypen, die wir in unserem Team haben, am besten. Jedoch wollen wir variabel bleiben. So haben wir beispielsweise in allen Testspielen zur Halbzeit auf eine flache Vier mit zwei Sechsern im Mittelfeld umgestellt.


Apropos Vorbereitungsspiele – es gab in der Türkei zwei Niederlagen: jeweils nach einer 1:0-Führung ein 1:2 gegen Alemannia Aachen und Rubin Kasan. Beunruhigt Sie das?


Todt: Natürlich sind die Ergebnisse nicht positiv. Aber in der Vorbereitung sind die Leistungen viel entscheidender. Und die waren nicht schlecht. Schon gegen Aachen hat die Mannschaft über weite Strecken guten Fußball gespielt. Gegen einen bärenstarken Gegner wie Rubin Kasan haben die Jungs anschließend richtig gut dagegengehalten. Das war erfreulich. Wir halten gut mit, dominieren in beiden Partien teilweise - aber verlieren am Ende jedoch durch schwere individuelle Fehler. Das müssen wir natürlich abstellen. Grundsätzlich bin ich aber der Überzeugung, dass wir als Team viel weiter sind als vor vier Monaten.


Mimoun Azaouagh, Slawo Freier und Kevin Vogt haben aus Verletzungsgründen zum Ende der Hinrunde keine große Rolle gespielt. Wie sieht es jetzt bei diesen Spielern aus?

Bergmann: Grundsätzlich gilt es festzuhalten, dass alle noch nicht ihr Top-Niveau erreicht haben. Allerdings hat mir beispielsweise Aza gegen Rubin Kasan schon wieder sehr gut gefallen. Er wirkte sehr spritzig, hatte viele gute Ideen und hat unser Offensivspiel bereichert. Auch Kevin hat mich in dem Spiel über 90 Minuten überzeugt. Er war viel unterwegs und hat sich zweikampfstark präsentiert. Er und Kramer kämpfen um die Sechser-Position in der Raute, können aber auch gemeinsam als Doppel-Sechs auflaufen. Und Slawo ist einfach ein feiner Fußballer, der sehr gut ausgebildet ist. Er bringt immer seine Leistung: ob nun als Rechtsverteidiger oder im rechten Mittelfeld.
Takashi Inui und auch Mimoun Azaouagh haben in der Vorbereitung als zweite – leicht hängende – Spitze agiert.

Ist das auch für den Start des Pflichtspieljahres 2012 denkbar?


Bergmann: Durchaus. Ich habe ja gerade gesagt, dass es unser Ziel ist, variabel zu sein. Und Taka hat die Sache im Angriff sehr gut gemacht. Auf dieser Position ist ein gewisses Risiko gefragt, was er natürlich mitbringt.

Kommen wir zum Abschluss zu den beiden Langzeitverletzten, die in der Türkei am Ende mittendrin statt nur dabei waren: Wie zufrieden sind Sie mit den Entwicklungen von Matias Concha und Philipp Bönig?


Bergmann: Erst einmal habe ich mich sehr darüber gefreut, dass beide wieder so nah an der Mannschaft sind. Bei Philipp sollte man jetzt erst einmal die Reaktion der ständig steigenden Belastung abwarten, Matias ist ja schon einige Tage eifrig dabei. Natürlich sieht man bei beiden noch Defizite, aber sie sind auf einem guten Weg. Ich hoffe, dass sie im Laufe der Rückrunde Alternativen werden.

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